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Was ist Motion Sickness?

Manchen Gamern wird beim täglichen beim Spielen plötzlich übel, selbst Spieleentwickler sind von den Symptomen gelegentlich davon betroffen. Motion Sickness ist ein neues Phänomen, mit alt bekannten Symptomen. Kurz und vorab gesagt: es handelt sich um eine Art Reisekrankheit, eine Bewegungsübelkeit, ausgelöst durch das Computerspielen.

 

Motion Sickness auch Gaming Sickness – was bedeutet das?

Realistische PC-Spiele oder Spiele mit VR Brille ziehen die Entwickler und die Benutzer so magisch an, dass sie die Zeit beim Spielen völlig vergessen.

Der „Flow-Effekt“ hat Folgen, denn wie bei so vielen Dingen im Leben muss die Überforderung des Körpers und der Sinne vermieden werden. Gaming Sickness ist ein Signal des Körpers, dass bestimmte Grenzen der körperlichen Belastbarkeit bereits überschritten worden sind.

In der Gaming-Kultur ist es üblich, nach Möglichkeit keine Zeitlimits zu beachten. Das neue Spiel weckt die Vorfreude, die anderen User warten und niemand möchte aus Gründen des Gesundheitsschutzes plötzlich aufhören zu spielen.

Motion Sickness ist ein Phänomen, dass den Spieler zum Aufhören zwingt, denn die Übelkeit macht den Abbruch des Spiels und den Besuch der Toilette zwingend notwendig. Der Körper hat gesiegt und den Spielabbruch erzwungen, das Ganze fühlt sich fast wie die „Reisekrankheit“ an und wird manchmal noch zusätzlich vom Schwindel begleitet. Das Schwitzen oder die Müdigkeit sind weitere Symptome, die als Begleiterscheinung auftreten können.

Motion Sickness bedeutet Reisekrankheit (englisch)

Die Sinne des Körpers werden spielerisch getäuscht

Motion Sickness gehört fast in die Kategorie der Reisekrankheiten, denn den Augen werden beim Spielen ständig Bewegungen als Spielsimulation gezeigt, aber der Körper bewegt sich nicht und sitzt ruhig vor dem Computer.

Anhängig vom ausgesuchten Spielgenre wirken sich die Spiele unterschiedlich stark auf den Körper aus. „Mirror’s Edge“ gehört zu den Spielen, die besonders bewegungsintensiv sind, die Akteure springen von einem wackligen Dach zum nächsten. Irgendwann hat der Benutzer des Spiels das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren und ihm wird schwindelig oder er bekommt plötzlich Magenprobleme.

Der Fixpunkt in der Bildschirmmitte soll dem Spieler visuellen Halt geben und Gaming Sickness reduzieren, meint der Hersteller. Die Augenbewegungen des Spielers werden durch den Fixpunkt minimiert und durch die Fixierung soll die Desorientierung so weit wie möglich verringert werden.

Ständig wechselnde Kameraperspektiven

Bei Spielen wie „Super Mario Galaxy“ wechselt die Perspektive der Kamera ständig. Spieletester des Herstellers Nintendo sind nun im Einsatz, um die Anzahl der wechselnden Kameraperspektiven auf ein vertretbares Maß zu begrenzen. Begeisterte und erfahrene Gamer haben seltener Probleme mit Gaming Sickness als Neueinsteiger.

Spieler, die auf die 3D-Darstellung mit Beschwerden reagieren, sind keine Seltenheit. Tabu sind PC-Spiele für die Betroffene trotzdem nicht, oft reicht das Einlegen von angemessenen Pausen aus, um die Spielfähigkeit wiederherzustellen.

Je nach Spielertyp kann mit der Spielhäufigkeit ein Gewöhnungseffekt eintreten, die Gaming Sickness Symptome werden verringert. Die Reaktionen des Körpers sind im Prinzip ein Überlastungssignal des Körpers, aber kein User möchte als „Schwächling“ hingestellt werden und spielt lieber trotz der Beschwerden weiter, statt Pausen einzulegen. Irgendwann fordert der Körper dann die Zwangspause durch starke körperliche Reaktionen wie Übelkeit und Kopfschmerzen.

Ego-Perspektive begünstigen Gaming Sickness

Bei der Ego-Perspektive im Computerspiel übernimmt der Spieler die Rolle einer Figur, manche Spieler schlüpfen so in die Rolle, dass sie kaum noch bemerken, dass die Spielfigur sie von einem Event zum anderen führt.

Der Körper sitzt, aber die Augen erhalten ständig Bewegungssignale, dass stört den persönlichen Gleichgewichtssinn im Innenohr und Übelkeit ist eine der möglichen Folgen auf die Diskrepanz.

Beim langen und intensiven PC-Spielen können leichte Halluzination auftreten, der Körper spürt, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist und nimmt an, es ist ein „Fremdkörper“ im Magen, den er loswerden will. Wacklige und wechselnde Kameraführungen verstärken den Effekt, der Körper fühlt sich bedroht und wehr sich mit den unterschiedlichsten Symptomen.

Motion Sickness- was kann man dagegen tun?

  • Dokumentieren, nach welcher Spielzeit und bei welchen Spielen die Symptome auftreten
  • Anschließend Spielzeit verkürzen oder Spiele austuschen
  • PC-Spiele ohne Ego-Perspektive bevorzugen
  • Der Wechsel der Kameraeinstellungen sollte begrenzt sein
  • Ungewohnter Blickwinkel müssen vermieden werden
  • Kundenrezensionen lesen und PC-Spiele mit Gaming Sickness Rückmeldung meiden
  • Distanz zum Spiel-Bildschirm erhöhen
  • Auf Spiel mit Fix-Punkt zur Fokussierung der Augen achten
  • Gewöhnungsbedürftige PC-Spiele mehrmals spielen
  • Nach den PC-Spielen ausreichend Sport in der realen Welt machen

Fazit

Gaming Sickness wird auch als Motion Sickness oder Spielübelkeit bezeichnet, nicht nur Neueinsteiger sind davon betroffen. Der Hausarzt berät im Einzelfall immer individuell, allgemein kann man sagen, dass die Wahrnehmung der Sinnesorgane durch zu langes Spielen mit den PC-Spielen getrübt wird. Ständig werden den Augen des Spielers aktive Bewegungen vorgetäuscht, die der Körper leider gar nicht macht.

Wo kann das hinführen? Auf die Toilette, denn wenn der Spieler ohne regelmäßige Pausen zu machen einfach weiterspielt, zieht der Körper früher oder später die Notbremse. Die Mediziner nennen diese Erscheinung eine Störung des vestibulookulären Reflexes.

Bei einigen Spielern führt das Ganze zu heftigen körperlichen Reaktionen, die den betroffenen Körper automatisch in Gang setzen und dadurch den fehlenden Bewegungsmangel durch den WC-Gang ganz natürlich nachholen und angemessen ausgleichen.

 


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